Premiere: Erster Eisenbahnfilm in 3D

Im neuen Jahr nimmt Bahnwelt TV erstmals auch 3D-Filme ins Programm. Los geht’s ab 1. Januar 2026 mit einer Reportage von Robert Haberer, die eine Fahrt auf der Mecklenburgischen Draisinenbahn von Karow nach Borkow schildert. Dieser Film ist eine Ko-Produktion von Bahnwelt TV und MacPomm. Im Rahmen unserer langjährigen Kooperation mit der 1999 gegründeten Anwendergruppe im Norden sind bereits mehrere Videobeiträge entstanden. Wir haben Robert Haberer zu dem ersten 3D-Film interviewt:

Ihr habt ja schon einige sehr schöne Eisenbahnfilme gedreht. Wie kam es zur Idee, nun auch dreidimensional zu filmen?

MacPomm, die Apple-Anwendergruppe im Norden, hat es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam neue Techniken in der Praxis zu erproben. Aus diesem Ansatz heraus ist mit Bahnwelt TV das Projekt „Videosafari“ entstanden, um als Team zu Filmprojekten Erfahrungen vom Drehplan bis zur Post-Produktion sammeln zu können.
Mit der Apple Vision Pro ist nun die Option hinzugekommen, stereoskopische (dreidimensionale) Aufnahmen in einer neuen Qualität zu erleben. Sich James Bond in 3D anzusehen, ist das eine, aber uns bewegte eben gleich die Frage: Bekommen wir so etwas selber hin? „Mit Muskelkraft durch Mecklenburg“ hat bestimmt weniger Action als „007“, demonstriert aber die erstaunlichen Möglichkeiten der neuen Technik.

Was ist bei Aufnahmen in 3D anders und deshalb zu beachten? 

Räumliches Video soll den Zuschauenden einen intensiveren Eindruck der Tiefe geben. Das bedeutet, beim Drehen auch nach Möglichkeit eine Staffelung in der Tiefe zu erreichen durch einen klar definierten Vordergrund.
Hinzu kommt: Bei der Immersion, also dem Eintauchen in eine virtuelle Umgebung, verschwimmt das auf maximal 90 Grad beschränkte Blickfeld an den Rändern. Das erfordert einen anderen Umgang mit Details. Vereinfacht gesagt: Mehr Totale, weniger Zoom. Gleichmäßige Bewegung nimmt den Betrachter geradezu mit.

Gab es bei den Dreharbeiten besondere Herausforderungen?

Wir hatten zwei Teams im Einsatz. Eine Gruppe kümmerte sich um die räumlichen Aufnahmen, die andere um das normale Material, denn wir wollten uns ja nicht auf die räumliche Version beschränken. Das bedeutete aber, beide Teams zu koordinieren, damit am Schluss wirklich vergleichbare Szenen „in den Kasten“ kamen. Der detaillierte Drehplan war da eine gute Hilfe.
Natürlich blieb Spielraum für Experimente: Wie kann man mit der Apple Vision Pro filmen oder ist man mit dem iPhone Pro besser bedient? Mehrere Szenen haben wir in unterschiedlichen Varianten – Stichwort: mehr oder weniger Zoom – gedreht, um die Wirkung ausprobieren zu können.
Das klingt bestimmt nach Stress, aber ich kann den Zuschauern versichern: Wir hatten auf unserer MacPomm-Videosafari über die Mecklenburger Draisinenbahn vor allem sehr viel Spaß!

Es werden nicht viele Zuschauer eine VR-Brille haben, was hat euch dennoch dazu motiviert?

Ein amerikanischer Geschäftsmann hat einmal gesagt, es käme nicht darauf an, dorthin zu laufen, wo der Puck gerade liegt, sondern dahin, wo er demnächst liegen wird. Ich glaube, es war Mike Markkula. Apple hat mit der Vision Pro eine neue Geräteklasse, den räumlichen Computer, eingeführt. Die erste Geräteserie ist mit dem iPhone 1 vergleichbar: Alles Neuland, das wir urbar machen können. Wir sollen mutig ausprobieren, was mit der neuen Technologie möglich ist.
Hinzu kommt, dass der Nutzerkreis für 3D-Filme ja schon deutlich größer ist. Mit aktuellen Modellen der Meta Quest-Reihe kann man „Mit Muskelkraft durch Mecklenburg“ zum Beispiel ebenso genießen wie mit der Apple Vision Pro. Derzeit gehen Marktforscher bereits von mehr als zwei Millionen Geräten im deutschen Markt aus. Google und andere Hersteller ziehen nach – da ist aktuell eine Menge in Bewegung.
Wir sind motiviert, es nicht bei dem Erstling zu belassen. Dazu sind noch zu viele Fragen offen. Zum Beispiel wie man etwa 2D-Material, wie historische Aufnahmen, in ein solches Projekt integrieren kann. Das „Umrechnen“ von normalen Fotos in 3D funktioniert schon ziemlich gut; aber wie sieht es mit Filmmaterial aus?

Jetzt wünschen wir allen Zuschauenden von Bahnwelt TV erst einmal viel Spaß mit unserer Reportage von einer fast vergessenen Bahnstrecke im Süden Mecklenburgs und freuen uns auf ihr Feedback! Zu sehen seit heute mit und ohne VR-Brille auf Bahnwelt TV.


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